Tipps zum Taping bei Pferden
Die Anwendung von Kinesiologie-Tape bei Pferden hat sich in der Praxis vielfach bewährt und kann sehr gute Ergebnisse erzielen. VetkinTape® wurde von uns speziell für das Fell von Tieren entwickelt. Dieses elastische, hypoallergene Baumwolltape kann die Muskulatur und körpereigene Prozesse unterstützen sowie Einfluss auf das neurologische System und die Durchblutung nehmen, ohne die natürliche Bewegungsfreiheit einzuschränken.
Das Tape haftet in der Regel gut auf dem Fell. Dennoch gibt es bestimmte Ursachen und Situationen, in denen die Haftung beeinträchtigt sein kann. Durch Reibung, beispielsweise wenn das Pferd am Tape knabbert, sich scheuert oder wälzt, kann sich das Tape schneller lösen. Häufig können jedoch auch andere Faktoren eine Rolle spielen. Wir haben erfahrene Fachkräfte gebeten, die am häufigsten gestellten Fragen für uns zu beantworten. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht ihrer Erfahrungen. Individuelle Ergebnisse können selbstverständlich abweichen. Wir hoffen, dass Ihnen diese Seite mehr Klarheit verschafft und Sie bei der Erstellung eines geeigneten Behandlungsplans unterstützt.
Um die verschiedenen Taping-Techniken bei Tieren fachgerecht anwenden zu lernen, empfehlen wir Fachkräften die Teilnahme an einem Medical-Taping-Kurs.
Welche Kontraindikationen gibt es beim Taping von Pferden?
- Offene Wunden, Fieber, Thrombosen, Allergien, Hautreizungen, bakterielle Infektionen, akute Entzündungen, Pilzinfektionen und Räude.
- Krebs, Melanome und Tumore. Häufig wird eine solche Diagnose erst zu einem späteren Zeitpunkt gestellt. In der letzten Phase kann Taping möglicherweise unterstützend eingesetzt werden. Da die Wirkung auf einen Tumor auch negativ sein kann, sollte eine Anwendung immer in Absprache mit dem Besitzer und/oder Tierarzt erfolgen.
- Narben, die jünger als zwei Wochen sind.
- Trächtigkeit und Laktation, ausschließlich in Absprache mit dem Tierarzt.
- Wenn das Pferd durch das Tape Juckreiz entwickelt, sollte das Tape entfernt werden.
- Bei akuten Frakturen, Muskel- und Sehnenrissen oder ungeklärter Lahmheit, beispielsweise bei Verdacht auf einen Riss oder Bruch, sollte zunächst nicht getapet werden. Lassen Sie die Situation vor der Erstellung eines Behandlungsplans tierärztlich abklären.
- Wenn das Pferd versucht, das Tape zu entfernen oder nach dem Anbringen andere Anzeichen von Unwohlsein zeigt. Reagiert ein Pferd empfindlich auf das Tape, empfiehlt es sich, nicht mehrere Bereiche gleichzeitig zu tapen, sondern schrittweise vorzugehen.
Welche Kontraindikationen gibt es beim Lymphtaping?
- Bei Tieren mit eingeschränktem Abfluss oder gestörter Durchblutung ist besondere Vorsicht geboten. Gegebenenfalls sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden. Dies gilt insbesondere bei Nieren-, Lymph- und Herzproblemen, bei trächtigen Stuten sowie bei älteren Pferden, da sich Lymph- und Blutzirkulation verändern können.
- Fieber, Thrombosen, wässrige Ödeme, systemische Ödeme, Rotz, große Blutgefäße, absolute Wasserscheiden und der Kronrand.
Beeinflussen die verschiedenen Farben von VetkinTape die Behandlung?
Einige Fachkräfte geben an, dass die Farbe des Tapes keinen Einfluss auf die Behandlung hat. Andere berichten von folgenden Erfahrungen:
- Wenn einem Besitzer eine bestimmte Farbe nicht gefällt, kann sich dies möglicherweise auf seine Wahrnehmung der Behandlung übertragen. Manche Fachkräfte bevorzugen daher Farben, mit denen sich der Besitzer wohlfühlt.
- Blau und Grün werden häufig als ruhige, sanfte Farben wahrgenommen. Rot wird teilweise vermieden, wenn ein beruhigender Eindruck gewünscht ist.
- Besitzer von Sportpferden möchten Tape häufig ausprobieren, bevorzugen dabei jedoch eher unauffällige Farben.
- Schwarz wird von manchen Fachkräften bei hypertonen oder überaktiven Bereichen eingesetzt. Ruhige Farben werden eher mit Entspannung, kräftigere Farben eher mit Aktivierung verbunden.
- Rot wird von manchen Anwendern nicht bei Entzündungen oder geschwollenen Bereichen verwendet, sondern eher zur Aktivierung. Blau wird mit Ruhe und Bewegung und Orange mit Bewegung und Wärme in Verbindung gebracht.
Welche Gründe kann es geben, dass VetkinTape® nicht gut haftet und sich schnell löst?
Fell- und Hautbeschaffenheit des Pferdes:
Die Beschaffenheit des Fells sowie der Fettgehalt der Haut können die Haftkraft des Tapes beeinflussen. Pferde können beispielsweise ein stärker fettendes Fell haben. Liegt die Ursache dafür im Stoffwechsel oder in anderen inneren Faktoren, lässt sich diese Fettigkeit äußerlich nur schwer vollständig entfernen.
Manchmal sind zusätzlich Hautschuppen sichtbar oder es ist ein charakteristischer Geruch am Fell wahrnehmbar. In solchen Fällen kann VetkinTape® schlechter haften, selbst nachdem die Haut mit Alkohol oder dem VetkinTape® Clean Coat Spray gereinigt wurde. Es kann sinnvoll sein, zunächst die Ursache der fettigen Fellbeschaffenheit abzuklären und zu behandeln, bevor mit dem Taping begonnen wird.
Viele Pferdebesitzer verwenden außerdem Salben oder andere Pflegeprodukte an den Beinen oder auf der Haut ihres Pferdes. Auch wenn diese äußerlich nicht mehr sichtbar sind, können Rückstände zwischen den Haaren oder auf der Haut verbleiben. Dies kann die Haftung von VetkinTape® ebenfalls beeinflussen.
Pferdebeine mit Mauke:
Unter Mauke werden verschiedene Hautreizungen im Bereich der Fesselbeuge zusammengefasst. Bei Pferden mit Mauke, insbesondere wenn die Beine geschwollen oder frisch geschoren sind, kann Medical Taping in der akuten Phase weniger geeignet sein. Dies ist beispielsweise häufiger bei Friesen zu beobachten. Zu einem späteren Zeitpunkt kann Taping gegebenenfalls ergänzend eingesetzt werden. Zunächst kann eine manuelle Lymphdrainage Teil des Behandlungskonzepts sein. Nach mehreren Behandlungen kann geprüft werden, ob eine Tape-Anwendung sinnvoll ist.
Weitere Faktoren, die die Haftkraft von VetkinTape® beeinflussen können:
- Die Körpertemperatur des Pferdes kann einen Unterschied machen. Stuten sind teilweise etwas wärmer, wodurch das Tape möglicherweise schlechter haftet.
- Auch das Geschlecht kann einen Einfluss haben. Hengste produzieren häufig mehr Talg, wodurch die Haut fettiger sein kann.
- Fellwechsel und starkes Schwitzen.
- Eine falsche Anwendung oder ungeeignete Taping-Technik.
- Die korrekte Anlage ist sehr wichtig. Das Tape sollte möglichst direkt richtig positioniert werden.
- Die Haftung hängt auch davon ab, an welcher Stelle und zu welchem Zweck das Tape angebracht wird. Der Musculus brachiocephalicus kann beispielsweise schwieriger zu tapen sein.
- Der allgemeine Gesundheitszustand des Pferdes sowie die Ernährung können die Fellbeschaffenheit beeinflussen.
- Operationen, Medikamente und Narkosemittel können die Beschaffenheit der Haut beeinflussen.
- Auch die Umgebungstemperatur spielt eine Rolle. Bei sehr warmem Wetter kann das Pferd unter dem Tape stärker schwitzen.
- Auch die Lagerung des Tapes ist wichtig. Lassen Sie es bei sehr warmem oder kaltem Wetter nicht im Auto liegen, da dies das Material und die Klebkraft beeinträchtigen kann.
Bei Ödemen wird häufig beobachtet, dass das Tape allein nicht immer ausreichend haftet. Kann eine manuelle Ödembehandlung vor dem Taping sinnvoll sein?
- Bei lymphatischen Beschwerden kann es sinnvoll sein, zunächst manuell zu behandeln, gegebenenfalls ergänzt durch weitere therapeutische Maßnahmen wie Laser- oder pulsierende Magnetfeldtherapie. Dadurch lässt sich besser einschätzen, wie das Lymphsystem reagiert und an welcher Stelle eine Tape-Anlage sinnvoll beginnen kann. Ein ausreichender Abfluss sollte gewährleistet sein, bevor gezielt mit Lymphtaping gearbeitet wird.
- Lymphtaping erfordert spezifisches Fachwissen und Erfahrung. Bei der Behandlung entsprechender Beschwerden kann die Einbeziehung eines erfahrenen Lymphtherapeuten eine sinnvolle Ergänzung des Behandlungsprozesses sein.
Müssen Pferde für eine Medical-Taping-Behandlung geschoren werden?
- Frisch geschorene Beine von Kaltblütern mit sehr dichtem Fell, beispielsweise bei Friesen, können für das Taping ungeeignet sein. Durch die hohe Haardichte und die kurzen, aufrecht stehenden Haare haftet das Tape häufig schlechter.
- Bei Pferden mit sehr dichtem Fell kann die Wirkung und Haftung des Tapes eingeschränkt sein. Sommerfell eignet sich in der Regel besonders gut. Das Fell sollte nicht frisch geschoren, aber auch nicht zu lang sein. Eine Haarlänge von durchschnittlich etwa 4 bis 5 cm lässt sich meist gut tapen.
- Winterfell ist anspruchsvoller zu tapen als kurzes Fell. Dennoch kann auch bei einem dichten Winterfell eine Tape-Anwendung möglich sein, beispielsweise bei Islandpferden.
- Die Innenseiten der Hinterbeine sind schwieriger zu tapen, da das Tape dort häufig weniger gut haftet als beispielsweise am Rücken oder an der Hinterhand.